Integral Voice

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Integral Voice – Ausrichting, Setting. Prinzipien

 

Settings

Methodik und Zielausrichtung sind bei den verschiedenen Setting jeweils leicht anders gelagert.

 

In den Einzelsitzungen

wird ganz spezifisch auf die Gegebenheiten, die Wünsche und Ziele und auf die Resourcen der Person Bezug genommen und der Prozess der Stimmveränderung in Kollaboration von Coach und Couchee eingeleitet.

Bei der Arbeit in kleinen Gruppen

ist dies bis zu einem gewissen Grad noch immer möglich. Hier handelt es sich um eine Kollaboration zwischen allen Teilnehmern mit dem Ziel, sich gegenseitig zu fördern. Hier entstehen höchst interessante Gruppenprozesse und die meist neue Erfahrung der Teilnehmer des „Learning by teaching“.

Bei Gruppen von 10 und mehr Teilnehmern

erlangen die Gruppenprozesse die überwiegende Bedeutung. Hier kommen Übungen zum Einsatz, die in Kleingruppen oder in Einzelsitzungen nicht möglich wären. Andrerseits verliert die individuelle Arbeit mit den einzelnen Teilnehmern an Intensität und übernimmt mehr demonstrative und orientative Funktion.

 

Sinnvoller Trainingsaufbau

Der Stimmentwicklungsprozess wäre am ökonomischsten und sinnvollsten, würde er als Gruppenprozess beginnen, an 2-4 Wochenenden, an denen eine vollständige Einführung gegeben wird und die Hauptrichtungen des Prozesses beschrieben und bereits „am eigenen Leib“ ausprobiert werden. Danach empfiehlt sich eine regelmäßige Weiterarbeit in Kleingruppen von höchstens 3 Teilnehmern oder gleich in individuellen Sitzungen, deren Dauer und Häufigkeit maßgeblich davon abhängt, was als zu erreichendes Ziel definiert wurde. Die wirkliche und befreite Sprechstimme zu entdecken und zu stabilisieren dauert im allgemeinen weit weniger, als wenn man Gleiches für die Singstimme anstrebt, Ausnahmen bestätigen die Regel.

 

Wirksamkeit und Erfolg
Der Einfluss des Settings

Das Setting für die Einzel- und Gruppensitzungen hat einen großen Einfluss auf die Wirksamkeit. Die räumlichen Gegebenheiten sollten als „positiv“ wahrgenommen werden, etwa helle Räume, farblich ansprechen, schöner Ausblick, ansprechend möbliert usw. Dazu sollte die Akustik richtig sein, weder zu trocken, noch zu hallig. Was hat das mit der Stimme zu tun? Die Akustik, ja. Aber der Raum? Da sich die wahre Stimme im entspannten Zustand zeigt (wer kennt nicht das Phänomen des Singens unter der warmen Dusche?), ermöglicht ein ansprechendes Ambiente einen guten Anfang und Einstieg in Wohlgefühl und Entspannung, was in widerstrebenden Surroundings bedeutend schwerer zu erreichen ist.

 

Die Atmosphäre

Der nächste wichtige Faktor für ein Gelingen ist das behutsame Herstellen einer entspannten, erwartungsvollen und freudigen Atmosphäre, die von den Fähigkeiten des Leiters abhängt, die anwesenden Menschen in Syntonie zu bringen. Dazu gibt es viele bewährte Übungen, unter Umständen kann auch auf technische Hilfe zurückgegriffen werden wie z.B. auf die Benutzung des „Thinkman“, der im Körperkontakt verbundene Menschen über Ultraschallwellen „auf die gleiche Wellenlänge“ bringt.

 

Die innere Einstellung

Der wichtigste Faktor, von dem ein Gelingen ganz wesentlich abhängt, ist der Wunsch und der Wille des Klienten, sich auf das Geschehen einzulassen, in Kommunikation zu Treten mit dem Coach und bereit zu sein, so weit, wie es ihm möglich ist, mit zu arbeiten und eventuelle Schwierigkeiten und Resistenzen zu thematisieren und auf sie ein zu gehen. Ohne diese Bereitschaft kann ein integraler Coach nichts erreichen, denn er versteht sich nicht als jemand, der dem anderen etwas lehren oder gar aufzwingen will, sondern als Facilitator, als Helfer und Partner im Prozess mit dem Klienten, aus dem er selbst immer wieder aufs Neue lernt und sich selbst mit entwickelt.

 

Die Grundprinzipien der Stimmarbeit

 

Die oben erwähnten Faktoren können für jegliche Art von Couching und Gruppensituationen zutreffen. Nun zur Methode der „Stimmerweckung“ oder „Stimmenthüllung“, wie sie eine meiner Vorgängerinnen Valborg Werbeck Svärdström am Anfang des vergangenen Jahrhunderts genannt hat:

 

JEDER KANN SINGEN - VON GEBURT AN

Die Grundannahme, von der ich ausgehe, ist die, dass jeder Mensch mit seiner perfekt funktionierenden Stimme geboren wird, diese dann aber im Laufe der Jahre durch unfunktionales Verhalten (z.B. viel sitzen, zu leise sprechen usw.) mehr oder weniger „verliert“. Zwar hat er weiter eine Stimme, die er täglich beim Sprechen oder auch beim Singen benutzt, diese hat aber ihre ursächliche Verbindung mit dem Körper und der Seele ganz oder teilweise verloren. Sie funktioniert nur noch im begrenzten Umfang.

 

DANN GEHT SIE VERLOREN

Der Mensch ist sich dieses Mangels selten bewusst, meist begegnet er ihm erst im Moment von stimmlicher Belastung, bei öffentlichen Vorträgen, beim laut Schreien oder beim Singen, wo er feststellt, keine hohen Töne singen zu können oder schlichtweg heiser zu werden. Bleibt die Stimme weg, interpretiert man das als „Krankheit“, wogegen Cortison helfen soll, und der Mangel an hohen Tönen beim Gesang wird interpretiert als „ich habe eine tiefe Stimme“. Beide Interpretationen sind oin der überwiegenden Mehrheit der Fälle schlichtweg falsch, geboren aus der Unwissenheit über die eigenen natürlichen Potentiale und Fähigkeiten.

 

DIE ROLLE DES INTEGRALEN STIMMCOACHS

Aus dem oben Gesagten ergibt sich folgerichtig, dass der INTEGRAL VOICE - Stimmcoach seinem Klienten nicht wirklich etwa „lehren“ kann, wie das etwa für einen Klavierlehrer gilt.  Sein Ziel ist es, für und mit dem Klienten die Bedingungen wieder herzustellen, unter denen seine Stimme

 

Unterschied zwischen

klassischem Stimm- und Gesangsunterricht und der

INTEGRAL VOICE Methode:

 

Im klassischen Unterricht

lehrt der Lehrer dem Schüler eine Technik, die er selbst für richtig und funktional hält. Hat er Glück und der Schüler bringt etwa die gleichen Voraussetzungen und Charakteristika mit, wie sie der Lehrer selbst besitzt, dann kann die Arbeit zum Erfolg führen. „Funktioniert“ der Schüler aber grundsätzlich anders als der Lehrer, hat er wenig Chancen, bei dieser Art von Unterricht weiter zu kommen. Ihm kann es im Gegenteil passieren, als „unbegabt“ oder gar „hoffnungsloser Fall“ abgestempelt zu werden, wenn u.U. das gerade Gegenteil der Fall sein kann.

  

Die INTEGRAL VOICE - Methode

dagegen vermittelt keine vorgefertigten Techniken, sondern ermöglicht es dem Klienten, seine ihm eigene funktionale „Technik“ zu entdecken und zu entwickeln. Sie gibt ihm einer Art „Grammatik“ in die Hand, die sich im Laufe des Prozesses ständig erweitert und verfeinert, mit deren Hilfe er praktisch vom ersten Moment an selbst erkennen kann, ob seine stimmlichen Äußerungen „gut“ und „richtig“ sind oder nicht. Damit wird die sonst übliche jahrelange, machmal lebenslange Abhängigkeit vom Urteil des Lehrers oder anderer Autoritäten (z.B. Dirigenten) auf ein Minimum begrenzt und der Weg eröffnet zu einem gesunden Selbstvertrauen durch Selbstkontrolle über eine quasi objektive Beurteilung der eigenen Leistung. Dies ist ein ausgesprochen wichtiger Faktor, da dem singenden und sprechenden Menschen, anders als dem Instrumentalisten, im Allgemeinen die Eigenkontrolle fehlt, da er sich selbst ja nicht so hören kann, wie ihn seine Umwelt wahrnimmt. Dies führte in der Vergangenheit – und leider auch heute noch, trotz der Verfügbarkeit von guten Aufnahmegeräten -  zu grandiosen Fehleinschätzungen über die eigene Leistung.

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